Ein Summen aus der Wand. Aber nirgends ein Nest zu sehen.
Nicht jedes Wespennest liegt offen sichtbar unter dem Dach.
Gerade Nester im Mauerwerk bleiben häufig lange unbemerkt, weil sie sich in schwer einsehbaren Hohlräumen befinden.
Warum nisten Wespen im Mauerwerk?
Die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe bevorzugen geschützte, dunkle Hohlräume für ihr Nest.
Mauerwerk mit Rissen, Rollladenkästen oder Hohlblocksteine bieten dafür günstige Bedingungen: wettergeschützt, thermisch stabil und für Fressfeinde schwer zugänglich.
Typische Anzeichen für einen Befall im Mauerwerk
- Regelmäßiges Ein- und Ausfliegen von Wespen an einer immer gleichen kleinen Öffnung
- Ein hörbares Summen aus der Wand, besonders bei ruhiger Umgebung
- Kleine Risse, Fugen oder Löcher, an denen sich vermehrt Wespen aufhalten
- Papierartige, graubraune Rückstände in der Nähe von Mauerspalten oder Öffnungen
- Vereinzelte Wespen im Innenraum, ohne dass eine offensichtliche Eintrittsquelle erkennbar ist
Häufige Nistplätze am und im Haus
- Rollladenkästen
- Hohlräume unter Dachüberständen und Traufen
- Mauerritzen und Fugen an der Fassade
- Hohlblocksteine und Mauerwerk mit vorhandenen Lücken
- Zwischenräume hinter Fassadenverkleidungen oder Wärmedämmung
Ein Nest an diesen Stellen kann auch im Zusammenhang mit einem Wespennest im Dach stehen und sich von dort weiter ins Mauerwerk ausbreiten.
Zu welcher Jahreszeit fällt ein Befall im Mauerwerk meist auf?
Ein kleines Nest im Frühsommer verursacht oft noch kaum wahrnehmbare Geräusche.
Mit wachsendem Volk nimmt die Wespenaktivität über den Sommer zu, wodurch das Summen aus der Wand und der Flugverkehr an der Öffnung meist erst im Hoch- bis Spätsommer auffallen.
Zu diesem Zeitpunkt kann das Nest bereits deutlich größer sein als noch wenige Wochen zuvor.
Warum ein Befall im Mauerwerk oft lange unbemerkt bleibt
Da sich das eigentliche Nest verborgen im Hohlraum befindet, ist von außen häufig nur eine kleine, unauffällige Einflugöffnung sichtbar.
Das Nest selbst kann zu diesem Zeitpunkt bereits deutlich größer sein, als die äußeren Anzeichen vermuten lassen.
Wie unterscheidet sich das von einem Nest im Rollladenkasten?
Ein Nest im Rollladenkasten fällt oft schneller auf, etwa weil sich der Rollladen nicht mehr richtig bewegen lässt oder ein Summen direkt beim Bedienen hörbar wird.
Ein Nest tiefer im Mauerwerk oder hinter der Fassadenverkleidung bleibt dagegen häufig länger verborgen, da es keine vergleichbare mechanische Störung gibt.
Mehr zum Rollladenkasten als typischem Nistplatz lesen Sie in unserem Ratgeber zu Wespen im Rollladenkasten.
Warum Selbstentfernung im Mauerwerk besonders riskant ist

Ein Nest im Mauerwerk selbst zu entfernen, gilt allgemein als deutlich riskanter als bei frei zugänglichen Nestern im Freien:
- Standort und Größe des Nests im Hohlraum lassen sich von außen kaum einschätzen
- Eingriffe in die Wand, etwa durch Bohren oder Aufstemmen, können die Wespen aufschrecken und zu einem verstärkten Abwehrverhalten führen
- Ein unsachgemäß verschlossener Zugang kann dazu führen, dass die Wespen einen neuen Weg suchen, im ungünstigen Fall direkt ins Innere des Hauses
- Rückstände eines nicht vollständig entfernten Nests können in Folgejahren erneut Wespen anlocken
Wichtig: Handelt es sich um Hornissen statt Wespen, gelten besondere Schutzvorschriften. Mehr dazu in Hornisse oder Wespe? Unterschiede, Schutz und richtige Umsiedlung.
Was tun bei Verdacht auf ein Nest im Mauerwerk?
Wenn Sie ein Summen aus der Wand hören oder wiederholt Wespen an derselben Stelle beobachten, sollten Sie die betroffene Öffnung zunächst nicht eigenständig verschließen.
Solange die Wespen aktiv sind und ihren gewohnten Weg nicht mehr nutzen können, suchen sie unter Umständen nach einem alternativen Zugang.
Sinnvoller ist es, den Bereich zunächst zu beobachten, Fenster und Ritzen in der Nähe zusätzlich zu sichern und eine fachkundige Einschätzung der Situation einzuholen, bevor eigenständig gehandelt wird.
Der Wespen-Notdienst kann diese Einschätzung übernehmen, inklusive einer Auskunft zu den Kosten vor dem Einsatz.
Wann ist zeitnahes Handeln besonders sinnvoll?
- Wenn einzelne Wespen bereits im Wohnraum auftauchen
- Wenn sich die Einflugstelle in unmittelbarer Nähe von Fenstern, Terrassen oder Kinderzimmern befindet
- Wenn im Haushalt eine bekannte Insektengift-Allergie vorliegt
- Wenn das Summen in der Wand spürbar lauter oder die Wespenaktivität sichtbar stärker wird
Häufige Fragen zu Wespen im Mauerwerk
Wie erkenne ich Wespen im Mauerwerk?
An einem hörbaren Summen aus der Wand und wiederkehrendem Flugverkehr an einer festen kleinen Öffnung.
Warum sollte ich die Öffnung nicht einfach zuschmieren?
Weil aktive Wespen dann häufig einen neuen Weg suchen, im ungünstigen Fall auch ins Hausinnere.
Ist ein Nest im Mauerwerk gefährlicher als ein Nest im Freien?
Es gilt vor allem als schwerer einzuschätzen, da Lage und Größe im Hohlraum verborgen bleiben.
Kann es sich auch um Hornissen handeln?
Ja. Hornissen nisten ebenfalls in Hohlräumen und stehen unter besonderem gesetzlichen Schutz.
Kann ein Nest im Mauerwerk auf die Bausubstanz einwirken?
Ein Wespennest selbst besteht aus papierartigem Material und wirkt in der Regel nicht direkt auf die Bausubstanz. Feuchtigkeit oder bestehende Risse, die den Wespen erst den Zugang ermöglicht haben, sollten unabhängig davon baulich geprüft werden.
Fazit
Ein Wespennest im Mauerwerk erkennt man vor allem an wiederkehrendem Flugverkehr an einer festen Öffnung und einem hörbaren Summen aus der Wand.
Da sich Größe und genaue Lage solcher Nester von außen kaum einschätzen lassen, ist bei einem Befall im Mauerwerk Zurückhaltung meist sinnvoller als eigenständiges Eingreifen.
Nicht selbst verschließen oder eingreifen – erst fachkundig prüfen lassen.
