Ein kleines Loch im Rasen.
Ständig Wespen, die dort verschwinden.
Für viele sieht das zunächst nach einem Ameisenhaufen aus.
Häufig handelt es sich dabei jedoch um ein Erdwespennest.
Solche Nester werden oft übersehen – bis jemand versehentlich zu nah herankommt, etwa beim Rasenmähen oder Barfußlaufen.
Welche Wespen nisten im Boden?
Nicht jede Wespe baut unter dem Dach.
Die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe zählen zu den Arten, die ihr Nest bevorzugt im Erdreich anlegen.
Meist nutzen sie dafür bereits vorhandene Hohlräume: alte Mäusegänge, verlassene Maulwursfbaue oder lockere Erde in Beeten.
Der Untergrund bietet Schutz vor Witterung und teilweise auch vor Fressfeinden.
Wie entsteht ein Erdwespennest im Jahresverlauf?
Im Frühjahr sucht eine einzelne, überwinterte Königin nach einem geeigneten Platz und beginnt dort mit dem Nestbau.
Über den Sommer wächst das Volk, da die Königin fortlaufend neue Arbeiterinnen hervorbringt.
Ein Nest, das im Juni noch klein und unauffällig war, kann im August deutlich mehr Tiere beherbergen.
Zum Ende der Saison, meist mit den ersten kälteren Nächten im Herbst, sterben die Arbeiterinnen ab.
Nur die neu geschlüpften Jungköniginnen überwintern und gründen im folgenden Jahr an anderer Stelle ein neues Nest. Das alte Nest wird in der Regel nicht erneut genutzt.
So erkennen Sie ein Erdwespennest
Achten Sie auf folgende Anzeichen:
- Ein kleines, unscheinbares Loch im Boden, häufig nur 1 bis 2 Zentimeter breit
- Wespen, die wiederholt an derselben Stelle ein- und ausfliegen
- Ein leises Summen in der Nähe des Eingangs
- Auffällig viele Wespen an einer festen Stelle im Garten, besonders an warmen Tagen
Wichtig: Die Größe des sichtbaren Lochs lässt keinen verlässlichen Rückschluss auf die Größe des Nests darunter zu.
Auch ein kleiner Eingang kann zu einem größeren, weit verzweigten Nest führen.
Wo liegen Erdwespennester meistens?
- Rasenkanten und Böschungen
- Beete mit lockerer Erde
- Kompost- und Laubhaufen
- Unter Gehwegplatten oder am Terrassenrand
- Alte Maulwurfshügel oder verlassene Nagetierbaue
Erdwespennest oder ein anderes Insekt?
Nicht jedes Loch im Boden gehört einer Wespe.
Auch andere Insekten legen unterirdische Nester an und können auf den ersten Blick ähnlich wirken.
Wie Sie Wespen, Hornissen und Bienen sicher unterscheiden, erfahren Sie in unserem separaten Ratgeber.
Wenn eine sichere Bestimmung aus der Entfernung nicht möglich ist, ist Zurückhaltung der einfachere Weg: Abstand halten statt näher herangehen, um das Tier eindeutig zu identifizieren.
Kinder und Haustiere in der Nähe eines Erdwespennests

Ein Erdwespennest liegt oft genau dort, wo Kinder barfuß laufen oder Hunde im Beet schnüffeln.
Da der Eingang meist unauffällig ist, wird die Stelle häufig erst nach einem Stich bemerkt.
Es kann daher sinnvoll sein, den betroffenen Gartenbereich vorübergehend abzusperren oder zumindest deutlich zu markieren, bis Klarheit über die weitere Vorgehensweise besteht.
Auch beim Rasenmähen oder Vertikutieren lohnt sich ein kurzer Blick auf ungewöhnliche Stellen im Rasen, bevor man über sie hinweg fährt.
Was tun, wenn Sie ein Nest gefunden haben?
Von einigen häufig genannten Hausmitteln wird abgeraten:
- Übergießen mit Wasser
- Zuschütten des Eingangs mit Erde
- Ausräuchern in Eigenregie
Diese Methoden zeigen in der Praxis oft keine zuverlässige Wirkung und können aufgeschreckte Wespen dazu bringen, in der Gruppe zu reagieren.
Sinnvoller ist es zunächst, den betroffenen Bereich zu meiden, ihn vorerst nicht zu mähen und Kindern sowie Haustieren den Zugang zu erschweren.
Ob ein Erdwespennest überhaupt entfernt werden muss, hängt stark vom jeweiligen Standort ab. Nicht jedes Nest ist automatisch ein Notfall.
Wann kann professionelle Hilfe sinnvoll sein?
- Das Nest liegt in unmittelbarer Nähe von Sitzplatz, Gartenweg oder Spielbereich
- Im Haushalt lebt eine Person mit bekannter Insektengift-Allergie
- Das Nest liegt an einem stark frequentierten Zugang
- Die Wespenaktivität wirkt ungewöhnlich stark
In diesen Fällen kann eine Einschätzung durch den Wespen-Notdienst hilfreich sein, inklusive einer Auskunft zu den möglichen Kosten vor dem Einsatz.
Häufige Fragen zum Erdwespennest
Wie erkenne ich ein Erdwespennest?
An einem kleinen Loch im Boden, aus dem wiederholt Wespen ein- und ausfliegen, häufig begleitet von einem leisen Summen.
Ist ein Erdwespennest gefährlich?
Nicht grundsätzlich. Ein erhöhtes Risiko besteht vor allem dann, wenn das Nest an einem stark genutzten Bereich liegt oder unabsichtlich gestört wird.
Kann ich ein Erdwespennest selbst zuschütten?
Davon wird eher abgeraten. Wasser oder Erde verschließen den Eingang oft nicht zuverlässig und können die Wespen zusätzlich aufschrecken.
Muss ein Erdwespennest immer entfernt werden?
Nicht zwingend. Liegt es abseits von Wegen und Sitzplätzen, kann es je nach Situation bis zum natürlichen Ende der Saison bestehen bleiben.
Kommt eine Wespe im nächsten Jahr an dieselbe Stelle zurück?
In der Regel nicht. Ein Nest wird meist nur eine Saison genutzt, und die überwinternden Jungköniginnen suchen sich im Folgejahr einen neuen Standort.
Fazit
Ein Erdwespennest verrät sich meist durch ein kleines Loch und wiederkehrenden Flugverkehr an derselben Stelle.
Wie groß das Nest darunter tatsächlich ist, lässt sich von außen kaum einschätzen.
Beobachten Sie aus sicherer Entfernung und lassen Sie unklare Fälle lieber fachkundig einschätzen, statt selbst einzugreifen.
